Bombenentschärfung in Meerholz
Nachdem am Mittwochnachmittag, dem 14.01.2026, bei Sondierungsarbeiten im Rahmen des Streckenausbaus Hanau → Gelnhausen eine Fliegerbombe in der Feldgemarkung Meerholz geortet worden war, wurde die Leitung der Feuerwehr Gelnhausen durch die Leitstelle in Kenntnis gesetzt.
Da der Sprengkörper in einer ungefähren Tiefe von vier Metern festgestellt wurde, wurde der Baustellenbereich behördlich geräumt und die Fundstelle abgesperrt.
In Absprache mit der Polizei wurde noch am Mittwochabend der Lichtmastanhänger der Feuerwehr Gelnhausen, Bereich Ost, an die Fundstelle gebracht, um den Gefahrenbereich auszuleuchten und der Polizei eine durchgängige Überwachung bei Dunkelheit zu ermöglichen. Im weiteren Verlauf kam zusätzlich ein Videoüberwachungswagen zum Einsatz.

Als Reaktion auf diesen bislang einmaligen Fund im Stadtgebiet Gelnhausen tagte der Stab der Barbarossastadt mehrfach. An den Besprechungen nahmen Vertreter der Stadt Gelnhausen, der Feuerwehr Gelnhausen, der Polizei sowie der Kreisbrandinspektion teil. In enger Abstimmung mit dem Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen wurde als Termin für die Entschärfung Freitag, der 23.01.2026, festgelegt. Die zeitliche Vorlaufphase war notwendig, um die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen, behördlichen Abstimmungen sowie die umfangreiche Evakuierung sorgfältig vorzubereiten. Hierfür wurde eine Evakuierung von etwa 600 Anwohnerinnen und Anwohnern in einem Radius von 500 Metern geplant.
Neben den betroffenen Wohngebieten waren auch zwei landwirtschaftliche Anwesen mit mehreren hundert Rindern und über 50 Pferden betroffen. In Absprache mit dem Veterinäramt wurde entschieden, die Stallungen zu sichern. Ein älterer Kuhstall in Richtung Rothenbergen wurde geräumt und die Tiere in einen anderen Stall verbracht, wo sie während der Entschärfung verblieben. Evakuierte Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit, sich während der Entschärfung in der Sport- und Kulturhalle Meerholz aufzuhalten.
Nachdem die Evakuierung am Freitagmorgen abgeschlossen war, konnte die Freilegung der Bombe mithilfe eines Saugbaggers beginnen. Die Entschärfungsmaßnahme wurde durch einen Stab aus der Technischen Einsatzleitung der Feuerwehr Gelnhausen sowie Verantwortlichen der Stadtverwaltung Gelnhausen koordiniert. Neben dem Kreisbrandinspektor, einem Organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes, der Polizei und dem Veterinäramt unterstützte auch ein Notfallmanager der Deutschen Bahn beratend die Einsatzleitung.
Parallel dazu stellte die Feuerwehr Gelnhausen, Bereich West, einen Löschzug zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft in den Stadtteilen Hailer und Meerholz und übernahm die Versorgung der insgesamt über 140 Einsatzkräfte und städtischen Mitarbeitenden. Die eingesetzten Kräfte bestanden aus Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr, Betriebshof sowie mehreren Fachberatern. Nachdem die in unmittelbarer Nähe verlaufende Bahnstrecke gesperrt worden war, konnte der erste Zünder durch den Kampfmittelräumdienst entschärft werden. Anschließend wurde auch der zweite Zünder an der Front der 250-kg-amerikanischen Fliegerbombe erfolgreich unschädlich gemacht.
Gegen 12:30 Uhr konnte schließlich Entwarnung gegeben und die Evakuierung aufgehoben werden. Insgesamt verlief der Einsatz von der Evakuierung bis zur Entschärfung reibungslos. Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis sowie für die gute und kooperative Zusammenarbeit.
